Verhaltenstherapie Wolter
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Weitere Hinweise

Die folgenden Hinweise sollen Ihnen eine kleine Orientierungshilfe bieten und Sie darüber hinaus ermuti­gen und befähigen, etwa auftauchende Schwierigkeiten im Zuge einer bereits laufenden Psychotherapie ernst zu nehmen und frühzeitig zu erkennen.

Beim Erstkontakt klären
Zwischenbilanzen führen

All dies ist natürlich nicht als Checkliste, die bei jedem Kontakt durchzugehen wäre, gedacht, dies würde aus meiner Sicht die zwischenmenschliche Begegnung zu einer TÜV-Inspektion denaturieren. Vielleicht ist es ja bei der Wahl eines/r Psychotherapeuten/in gar nicht so sehr anders als bei der Auswahl eines Zahnarztes: Es gibt keine Indikatoren, die absolute Sicherheit bieten, sondern man ist im Wesentlichen auf Tipps von Freunden, auf Artikel wie diesen, vor allem aber das eigene Gefühl angewiesen.
Meiner Erfahrung nach kann es aber dennoch von elementarer Bedeutung für den Erfolg Ihrer Psycho­therapie sein, dass Sie - egal, nach welcher "Methode" Ihr/e Psychotherapeut/in arbeitet - Punkte, die Sie negativ beantworten mussten, mit Ihrem/r Therapeuten/in besprechen. Selbst, wenn Sie ein solches Manko akzep­tieren und in Kauf nehmen, sollten Sie für sich genau abklären, warum Sie dies tun, und wie weit Sie ggf. dabei gehen würden, ohne diese Therapie zu beenden.

Beim Erstkontakt klären:

Die meisten Therapeuten bieten ein Vorgespräch zum persönlichen Kennen lernen an. Fragen, die Sie ggf. beim Erstkontakt klären können:
  • Hat er/sie psychotherapeutische Ausbildung absolviert, befindet er/sie sich darin?
  • Lassen Sie sich erklären, wie der/die Psychotherapeut/in arbeitet und worauf er/sie bei seiner/ihrer Arbeit Wert legt. Sind diese Erläute­rungen für Sie verständlich und können Sie sich vorstellen, dass das Beschriebene für Sie positiv wirkt?
  • Hat er/sie meinen Fragen Raum gegeben?
  • Besonders in der ersten Stunde ist es völlig angemessen, dass Sie Fragen zur angewandten Methode und zur Arbeitsweise des/der Therapeuten/in zu stellen. Professionelle Psycho­therapeuten/innen werden für solche Fragen offen sein; Sie werden sich vielleicht dafür interessieren, warum Sie solche Fragen stellen, aber bemüht sein, Ihnen klare Auskunft zu geben. Ist Ihr Gegenüber ungehalten und ablehnend gegen­über Ihren Fragen, sollten Sie die Zusammen­arbeit nicht fortsetzen.
  • Wurde eine Vereinbarung über Ziele und Art der Zielerreichung getroffen? Dazu gehört auch eine Einschätzung, wie lange die Therapie voraus­sichtlich dauern wird.
  • Fühlen Sie sich von Ihrem Gegenüber in Ihren Wünschen und Veränderungszielen ernst genommen, als gleichberechtigten Partner im Therapieprozess wahrgenommen?
  • Fühlen Sie sich im Kontakt mit Ihrem Gegenüber wohl und gut aufgehoben? Wenn Ihnen Ihr/e Psychotherapeut/in "irgendwie unangenehm" ist oder aber auch zu sehr drängt, sollten Sie das umgehend zur Sprache bringen.
Führen Sie regelmäßig "Zwischenbilanzen":
  • Hat der/die Therapeut/in sich mit meiner Situation wirklich auseinandergesetzt oder sich nur für Teilbereiche interessiert, die mir gar nicht so wichtig sind? Wenn ja, dann sollten dies Sie umgehend zur Sprache bringen.
  • Habe ich das Gefühl, dass der/die Therapeut/in die Gesprächsatmosphäre wahrnimmt und darauf eingeht?
  • Erlebe ich durch die laufenden psychotherapeuti­schen Kontakte bereits eine gewisse Entlastung von Symptomen, einen Zuwachs an Zuversicht, dass eine Lösung erreichbar erscheint?
  • Bei Gruppentherapien: Werden persönliche Regungen wertgeschätzt und ernst genommen oder existiert eine Atmosphäre, in der es schwer ist, sich ggf. auch anders einzubringen, als "die Gruppe" das tut?